Person sitzt zur Ruhe gekommen unter einem Baum im Abendlicht

Grundlagen

Grundlagen der systemischen Beratung

Worauf meine Arbeit beruht: ein lösungsorientierter Blick, der nicht das Problem, sondern deine eigenen Wege in den Mittelpunkt stellt.

Die systemische Beratung hat sich Mitte des letzten Jahrhunderts aus der Familientherapie entwickelt – ohne eine einzelne Gründerin oder einen einzelnen Gründer, an verschiedenen Orten und in verschiedenen „Schulen“, mit einem wesentlichen Zentrum in Palo Alto. Während die Anfänge stark ursachenorientiert waren, ist die systemische Beratung heute durch ihre Lösungsorientierung geprägt: Es geht weniger um die Ursache oder das Problem, sondern darum, dass du eine Lösung entwickelst.

Revolutionär war, nicht mehr nur eine Person zu beraten, sondern ein ganzes System. Als System bezeichnen wir eine Gruppe von Elementen, die durch Beziehungen verbunden und durch eine Grenze von ihrer Umwelt abgrenzbar sind – von der Familie bis zum Team. Erst der systemische Blick einer Beobachterin lässt ein System überhaupt entstehen.

Allparteilichkeit und Neutralität

Um niemanden im System zu benachteiligen, arbeite ich allparteilich und neutral: Jede und jeder im System hat recht und wird wertgeschätzt. Zu allen Beteiligten wird eine Beziehung aufgebaut, sodass sich alle verstanden fühlen.

Konstruktivismus

Die wichtigste erkenntnistheoretische Grundlage ist der Konstruktivismus (Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld). Er geht davon aus, dass ein Gegenstand erst vom Beobachter durch das Erkennen konstruiert wird. Es gibt also keine absolute Wahrheit, kein einfaches „richtig oder falsch“. Jede und jeder erzeugt aus den eigenen Vorerfahrungen und Wertungen die persönliche Wirklichkeit.

Kybernetik zweiter Ordnung

Einen besonderen Schub brachte die Mailänder Schule mit dem Übergang zur Kybernetik zweiter Ordnung. Ihre Kernaussage: Jede Beobachterin beeinflusst das System allein durch ihre Anwesenheit – schon der Entschluss, Beratung aufzusuchen, verändert das System. Dadurch wurde es auch möglich, „systemisch“ mit Einzelpersonen zu arbeiten.

Autopoiese

Eine weitere Säule ist die Autopoiese: Lebende Systeme sind selbstorganisiert und lassen sich nicht direktiv beeinflussen. Deshalb gehe ich nicht direktiv vor – die Lösung findest du selbst. Dir wird zugetraut, dass die Lösung bereits in dir steckt; durch Förderung deiner Ressourcen wird sie „nur“ zum Vorschein gebracht. Eine vertrauensvolle Beziehung ist dafür die Grundlage.

Der lösungsorientierte Ansatz (de Shazer & Kim Berg)

Eine Besonderheit dieses Ansatzes: Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Zukunft – die Lösung und den Weg dorthin. Wichtig ist, kleine und messbare Schritte zu gehen; große Ziele führen leicht zu Frustration. Jede kleine positive Veränderung wird bewusst gemacht und verstärkt.

  • Skalierungsfragen: Du schätzt deine Situation auf einer Skala von 1 bis 10 ein (1 = schlechtest vorstellbar, 10 = das Problem existiert nicht mehr). Wiederholt eingesetzt, machen sie Fortschritte sichtbar – und ermutigen.
  • Zirkuläre Fragen: Sie richten den Blick auf Wechselwirkungen statt auf Ursache und Wirkung. Sie laden ein, unterschiedliche Positionen und Perspektiven einzunehmen, und verflüssigen starre Muster.
  • Die Wunderfrage: Sie erweitert deinen Vorstellungshorizont in Richtung möglicher Lösungen – du stellst dir vor, wie dein Leben aussieht, wenn das Problem gelöst ist.

Systemische Grundhaltungen

Ziel ist immer, deinen Möglichkeitsraum zu erweitern. Hilfreich sind dabei:

  • Allparteilichkeit und Neutralität
  • Neugier und Nicht-Wissen
  • Wertschätzung deiner Wirklichkeit
  • Hypothesenbildung (vorläufige Annahmen, keine „Wahrheiten“)
  • Reframing – die positive Seite eines scheinbar negativen Begriffs sichtbar machen
  • Ressourcen- und Lösungsorientierung sowie Kunden- und Auftragsorientierung

Systemische Settings

Ob Einzel-, Paar- oder Familiensetting oder eine systemische Aufstellung: Eine Stärke der systemischen Praxis ist die Flexibilität im Zuschnitt. Beratungen finden meist im Abstand von etwa zwei Wochen statt – so selten wie möglich, aber so häufig wie nötig.

Resümee

Die systemische Beratung verfügt über eine große Zahl an Methoden und Interventionen aus verschiedenen Richtungen. Entscheidend ist nicht die Methode an sich, sondern welche in deinem konkreten Setting auftragsorientiert hilfreich ist – und dich möglichst rasch zu einem zufriedenstellenden Umgang mit deinem Anliegen führt.

Kontakt

Klingt das nach einem Weg, der zu dir passt?

Gerne erkläre ich dir im persönlichen Gespräch, wie systemische Beratung dir konkret helfen kann.

Die ersten 20 Minuten des Erstgesprächs sind kostenlos.

Vertraulichkeit ist selbstverständlich: Alles, was du mir anvertraust, unterliegt meiner beruflichen Verschwiegenheitspflicht.